Menschlichkeit, Kant und ich
„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit als Prinzip der allgemeinen Gesetzgebung gelten kann.“ Kategorischer Imperativ, Immanuel Kant
Dieser Text hing lange Jahre an meiner Kinderzimmertüre. Meine Eltern hatten ihn aufgehängt, um meinem Bruder und mir die wichtigsten Werte im Umgang mit anderen Menschen ständig vor Augen zu halten.
Ob ich als Kind verstanden habe, was Immanuel Kant damit meinte? Sicher nicht!
Aber ich habe für mich etwas verstanden. ich habe verstanden, dass wir alle Menschen sind, dass ich nicht besser bin als mein Gegenüber, aber auch nicht schlechter. Dass wir alle die gleichen Bedürfnisse haben, dass niemand fehlerlos ist, dass wir Menschen uns brauchen. Dass wir froh sein dürfen uns gegenseitig zu haben. Dass ich mich dafür gerne auch einmal zurückstelle. Dass das Leben ein Geben und Nehmen ist.
Dieses Verständnis entstand nicht in meinem Kopf. Es war und ist nicht mit meinem Verstand greifbar. Dieses Verständnis entstand in meinem Herzen.
Heute weiß ich, das ist ein großer Schatz.
Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar.
Und irgendwie auch Immanuel Kant.